Als ich mir im Frühjahr 2009
überlegte, endlich mal wieder auf Reise zu gehen kam mir die Ama Dablam in den
Sinn und ich brauchte nicht lange um mich festzulegen. Der Plan wurde gefasst
und mit Robert ausgearbeitet.
Kari organisierte, die Reise und so konnte es ohne Probleme am 26.9.09 von
Zürich nach Kathmandu gehen. Perfekt wie immer organisiert ging es nach Plan an
zwei Tagen mit dem Inlandflug nach Lukla. Nun zu Fuß ins wunderschöne Khumbu
Valley weiter. In den richtigen Tagesetappen mit den wohl dosierten
Höhenmetern, für eine hervorragende Akklimatisierung kamen wir am Samstag den
03.10.09 in Periche auf 4200m an. Dort saßen wir erst mal fest, völlig
untypisch war das Wetter. Eine Woche lang grausig, monsunartige Regenfälle,
Schnee bis auf 4500m hielt uns in der Lodge fest.
Aber ein paar Tage später konnte es endlich mal weiter gehen.
Leider wurde
unser erstes Ziel der Pumori 7165m
durch den vielen Neuschnee vereitelt
und so war ich eine Woche später allein in BC der
Ama Dablam gelandet.
Dort
traf ich zufällig Felix und Christian aus dem Allgäu, und ich konnte mich ihnen
anschließen. Mein ursprünglicher Plan allein zu Klettern war ja aus der Not
geboren und nicht mein Ziel. Außerdem ist ein allein Klettern auf den Normalweg
der Ama Dablam sowieso nicht möglich. Im Basislager sind sicher über 20 Gruppen
welche darauf warten dass endlich die Fixseile bis zum Gipfel gelegt sind. Für
mich persönlich nicht die Art Bergsteigen welche ich mag. Ich klettere lieber
selber, als das ich mich am Seil hochziehe, welche mir Climbing Sherpas oder
Bergführer hin hängen. Aber was soll´s. Ich wollte auf diesen Berg steigen und
da muss man mit dem Gegebenen halt leben.
Mit Felix und Christl stellte ich unser kleines Zelt bei Lager 1 in 5800m Höhe
zu den anderen Zelten der vielen Expeditionen.
Am nächsten Tag, Felix und Christl stiegen ins Basecamp ab, schaute ich
mir den Weg bis Lager 2 in 6000m Höhe an.
Ich konnte es fast nicht glauben aber
schon ca. 150m nach Lager 1 begonnen die Fixseile. Wie ein schlecht gebauter
Klettersteig, nur statt Stahlseilen ein 7-8mm Perlonstrick.
Lager 2 ca.6000m
Wahnsinn, einmal eingehängt kann sich keiner mehr verlaufen. Allerdings
die vermeintliche Sicherheit trügt, die Schnur ist teilweise alt und von
scharfen Felskanten angenagt. Die Bergführer haben allerhand zu tun um die
Sicherheit an dieser Schnur zum Gipfel zu gewährleisten. Am späteren
Nachmittag war ich auch wieder in BC und ließ es mir durch unsere Küchenjungs
gut gehen. Unser Plan war denkbar einfach. Nach einem Ruhetag, Aufstieg ins
Lager 1 und am darauf folgenden Tag von Lager 1 zum Gipfel und wieder zurück
ins Zelt von Lager 1.
Leider ging es Christian am entscheidenden Tag nicht gut, und so stieg er ins
BC ab. Felix startete mit mir 4:20 Uhr im Lager 1. Es wurde ein langer Tag,
aber wunderschön. Die Kletterei sehr ausgesetzt aber nicht sonderlich
schwierig. Ganz im Gegensatz zur steilen Kletterei, der Gipfel völlig
unspektakulär flach und fast halb so groß wie ein Fußballfeld.
Dafür aber mit
einer genialen Aussicht rund um, mit Everest, Lotse, Makalu, Cho Oyu und vielen
mehr. Nach kurzer Rast vertrieb uns die Kälte und der Sturm vom Gipfel.
Glücklich, zufrieden und ziemlich erschöpft krochen Felix und ich an diesem
Abend in Lager 1 in unsere Schlafsäcke.
auf der Mushroomridge
mit Christl und Felix in Lager 1
Aufstieg zum Renjo Pass 5300m mit Wahnsinnsblick zum Everest